Kirchenfernsehen - Fernsehgottesdienste und mehr...

Der Gottesdienst ist ein zentraler Bestandteil in unseren Kirchengemeinden. Da wir aktuell keine eigenen Gottesdienste durchführen können bieten wir Ihnen hier das Angebot des Kirchenfernsehen an. 

Hier finden Sie Gottesdienste aus unserer evangelischen Landeskirche und auch über diesen Weg sind wir miteinander verbunden und können gemeinsam Gottesdienst feiern!

Kirche. Glaube. Werte.
Kirchenfernsehen.de - das TV-Programm der Evangelischen Landeskirche in Württemberg

Kinderkirche online

Auch die Kinderkirche findet aktuell nicht statt.

 

Daher hat sich der Landesverband für Kindergottesdienst etwas ausgedacht:

Am Sonntag, 05.04.2020 um 10.00 Uhr kann ein Kindergottesdienst aus dem "Haus der Kinderkirche" live mitgefeiert werden kann.

Nähere Informationen und die Live-Übertragung hierzu finden Sie auf unserer Seite "Kinderkirche"

Dritter Sonntag ohne Gottesdienst

Liebe Gemeindemitglieder,

 

schon der dritte Sonntag, an dem in Nattheim und in der ganzen übrigen Gesamt-kirchengemeinde kein evangelischer Gottesdienst stattfindet. Die meisten Menschen hatten dafür Verständnis.

Mit dem nachfolgenden Text möchte ich Sie alle grüßen und Ihnen Mut machen. Wir behalten einander im Blick, auch wenn wir uns im Moment nahezu ausschließlich auf elektronischem Wege begegnen. Als Pfarrerschaft möchten wir Ihnen signalisieren, dass wir unsere Verantwortung weiterhin wahrnehmen, wenn auch mit anderen Maßnahmen als sonst gewohnt und üblich. Falls Sie uns jetzt gerade in besonderer Weise brauchen, scheuen Sie sich bitte nicht, uns das mitzuteilen.

 

Zeit haben – wozu?

 

Vieles geht zurzeit nicht – und das nicht etwa, weil wir keine Zeit hätten. Im Gegenteil, es ist plötzlich erstaunlich viel Zeit übrig für Dinge, die sonst immer liegenbleiben. So ist das jedenfalls für einen großen Teil unserer Mitmenschen. Aber es gibt auch den anderen Teil, und an den denke ich gerade.

Die Frauen und Männer, die zu den gesundheits- oder sicherheitsrelevanten Bereichen unseres gesellschaftlichen Lebens gehören, dazu alle, die uns mit Lebensmitteln und Energie versorgen. Aber auch die Leute von der Müllabführ, in den Kläranlagen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Post und Paketdiensten, im Radio und im Fernsehen und noch viele mehr, an die wir oft überhaupt nicht denken. Nicht zuletzt die Menschen in den Rathäusern und den öffentlichen Verwaltungen, die sich von morgens bis abends um Corona kümmern müssen – und um alles andere auch, was nicht liegenbleiben darf. Ich bin sehr froh, dass es diese Menschen gibt und ich sage deswegen: Herzlichen Dank, vergelt´s Gott!

 

Diejenigen, die Zeit haben, finden vielfache kreative Lösungen, um sich zu beschäftigen. Die Gärten werden auf Hochglanz gebracht, die Wohnungen renoviert, es wird wieder mehr telefoniert und es soll sogar vereinzelt Leute geben, die richtige Briefe schreiben – mit der Hand und auf Papier. Ich finde, das ist ein Gewinn.

Die Krise bringt uns nicht nur zum Handeln, sie bringt uns auch zum Nachdenken -ich hoffe es wenigstens. Was ist wichtig, was ist unverzichtbar, wofür möchte ich meine Zeit einsetzen? Eine lohnende Überlegung, finde ich.

Vielleicht denken manche auch daran, dass sie mal wieder Zeit haben könnten für Gott. „Klar, der Pfarrer muss das sagen“, wird jetzt vielleicht jemand einwenden. Und: Ja, Sie haben Recht. Ich muss das sagen, weil ich überzeugt bin, dass es uns guttut. Sich auf eine Wirklichkeit zu besinnen, die unsere Wirklichkeit übersteigt und sie umschließt, das halte ich für klug. Mich macht es gelassen und zuversichtlich, dass ich weiß: Gottes hat Gutes im Sinn für seine Menschen, auch für mich. Daher möchte ich (auch ich ganz persönlich) noch einmal ganz neu hellhörig werden für die Aussagen unseres christlichen Glaubens.

Eine solche Aussage ist die Jahreslosung 2020, die gerade überraschend anders zu reden beginnt, seit alles im Umbruch ist. „Ich glaube, hilf meinem Unglauben“. Gewissheit und Vertrauen auf der einen Seite, Zweifel und Ängste auf der anderen. Oft ist beides zugleich in uns gegenwärtig. Daher finde ich diese ganz knappe Gebetsbitte sehr passend und hilfreich. Vielleicht möchten Sie die Worte mitbeten?

„Gott, ich glaube, hilf meinem Unglauben. Lieber himmlischer Vater, ich vertraue Dir, aber ich habe jetzt manchmal ganz große Sorgen und bin immer wieder sehr verunsichert. Höre mich und lass mich nicht allein. Lass mich geborgen sein in deiner Wirklichkeit. Amen“.

Bernhard Philipp, Pfarrer

 

Solidarität und Gemeinsamkeit trotz räumlicher Trennung

in diesen Zeiten ist Solidarität auch, sichtbare Zeichen zu setzen über die engen Grenzen hinaus, die uns die sozialen Einschränkungen auferlegen. Stay at home!

Trotzdem sind wir verbunden im Gebet, im gemeinsamen Anrufen und Flehen. Traditionell und öffentlich wahrnehmbar ruft die Glocke zum Gebet.

In der Gesamtkirchengemeinde Härtsfeld wollen wir gemeinsam Zeichen der Solidarität in den Häusern setzen, indem wir gemeinsam eine Kerze ins Fenster stellen und uns zu einem Moment des Innehaltens vor Gott versammeln.

Landesbischof July hat hierzu folgendes formuliert: „Die Glocken sollen uns daran erinnern, dass wir unser Leben auch in diesen Krisentagen mit dem großen Horizont der Gegenwart Gottes sehen. Die Glocken rufen uns zur Andacht und Fürbitte. Wir denken an die kranken Menschen und alle, die im medizinisch-pflegerischen Bereich, im öffentlichen Dienst, in den Familien und Nachbarschaften für Unterstützung und Hilfe sorgen.“

 

Wir beteiligen uns hier an dieser Aktion, das heißt in der Gesamtkirchengemeinde Härtsfeld Süd wollen wir um 19.30 Uhr die Betglocke läuten.

Die Zeit 19.30 Uhr verbindet und mit allen evangelischen Gemeinden in Baden-Württemberg und den katholischen Gemeinden der Diözese Rottenburg-Stuttgart, sie ist daher ein weiteres Zeichen der Gemeinschaft.

Die nachfolgenden Vorschläge sind Liturgievorschläge, die Sie direkt umsetzen können, allein, oder auch auf dem Balkon, wo wohnungsübergreifend gefeiert wird. Es gibt Wohnanlagen, die um einen Innenhof herum feiern und beten.

 

 

Alle Feiern beginnen mit

 

Einer: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“

Alle: Amen.

Die Kerze wird entzündet und ins Fenster, möglichst zur Straße hin, gestellt.

 

Erste Möglichkeit: Einfache Liturgie:

* Einer: Wir beten in der Stille

* (Gebetsstille)

 * Gemeinsames Vater unser

* Segenswort: Der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen in Christus Jesus. Amen.

 

Zweite Möglichkeit: Balkonsingen der EKD

Einer: Wir beten in der Stille

(Gebetsstille)

Einer: Wir singen verbunden mit Christen überall im Land

(alle gehen auf den Balkon oder treten ans Fenster

Lied: Der Mond ist aufgegangen

Einer: Wir beten gemeinsam

Vater Unser …

Einer oder alle: Luthers Abendsegen

„Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, dass du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, dass der böse Feind keine Macht an mir finde.“

 Alle: Amen.

 

Solidarität zeigen (Jürgen Sept)

Soli­da­ri­tät zeigen: Was steht dem Ein­zel­nen in der Krise zu?

Aktu­ell über­schla­gen sich täg­lich die Ereig­nisse: Bars werden geschlos­sen, Ver­an­stal­tun­gen abge­sagt, in bestimm­ten Regio­nen sogar eine Aus­gangs­sperre ver­hängt. Das öffent­li­che Leben kommt zur Ruhe, wäh­rend drau­ßen vor dem Fens­ter der Früh­ling beginngt.

Kommt da auch etwas Frust in dir auf?

Freunde tref­fen, Sport machen, Kultur genie­ßen, die Welt berei­sen – viele von uns schöp­fen daraus Iden­ti­tät und das Gefühl, Teil der (Welt-)Gemeinschaft zu sein. Der Entzug davon nagt ganz schön an unse­rem Bedürf­nis nach Selbst­be­stim­mung. Was bleibt denn dann noch übrig?

Die Ant­wort: Soli­da­ri­tät.

Soli­da­ri­tät wird als unbe­ding­tes Zusam­men­hal­ten defi­niert. Auch wenn Indi­vi­dua­li­tät eine Gesell­schaft aus­macht, dürfen wir nicht ver­ges­sen, dass mensch­li­cher Zusam­men­halt am Anfang davon steht.

Was wir jetzt brau­chen ist ein Per­spek­tiv­wech­sel, weg vom Eigen- und hin zum Gemein­wohl.

Hil­fe­stel­lung in Zeiten der all­ge­mei­nen Unsi­cher­heit, gegen­sei­tige Unter­stüt­zung — diese Werte an erste Stelle zu setzen, darauf kommt es in einer Krise wie dieser an.

Ja, das grenzt uns per­sön­lich ein. Aber trotz der Ein­schrän­kun­gen haben wir immer noch Ver­ant­wor­tung für unsere Reak­tion darauf: Nehmen wir die Ein­schrän­kun­gen trot­zig ent­ge­gen oder erken­nen wir, dass es sich bei unse­rem Ver­zicht um einen wich­ti­gen Bei­trag zur Gesund­heit aller han­delt?

Der Kon­troll­ver­lust, die Unsi­cher­heit und Ängste, die wir gerade erle­ben, können sehr belas­ten. Viel­leicht hilft aber schon der Gedanke, dass es vielen Men­schen gerade ähn­lich geht.

Hier sind vier Dinge, die du tun kannst: Für dich und für andere.

 

Tipp 1: Gegen­sei­ti­ges Ver­trauen

In Zeiten, wo nie­mand rich­tig die Kon­trolle hat, müssen wir uns gegen­sei­tig ver­trauen. Wenn Wis­sen­schaft­le­rIn­nen und unsere Regie­rung Emp­feh­lun­gen oder Ver­bote aus­spre­chen, soll­ten wir ver­trauen, dass diese zu unse­rem Wohl bei­tra­gen. Auch wenn es sich nicht so anfühlt, oft wissen andere besser Bescheid, wenn es um die Gesund­heit der Gesell­schaft und letzt­end­lich auch um dein eige­nes Wohl geht.

Tipp 2: Koope­ra­tion statt Kon­kur­renz

Nicht nur in der Poli­tik herrscht Kon­kur­renz­kampf. Auch im Pri­va­ten kennen wir das Gefühl, in Kon­kur­renz zu unse­ren Mit­men­schen zu stehen. Manch­mal spüren wir diese Kon­kur­renz viel­leicht ganz bewusst, wie bei der Arbeit, oder wenn sich mal wieder jemand an der Super­markt­kasse vor­drän­gelt.

Aber auch im Fit­ness-​Studio oder im Freun­des­kreis können wir uns einem Kon­kur­renz­den­ken aus­ge­setzt fühlen. Auf glo­ba­ler Ebene bekommt dieses Kon­kur­renz­den­ken natür­lich ganz andere Dimen­sio­nen.

Wer ande­ren helfen möchte, muss vor allem den Wunsch los­las­sen, immer ganz vorne mit dabei sein zu wollen. Dann geht es plötz­lich nicht mehr nur um uns selbst und die eigene Leis­tung. Wir hören auf, uns zu ver­glei­chen und ent­wi­ckeln einen Blick für unser eige­nes Helfer-​Poten­zial. Wenn du jeman­dem deine Hilfe anbie­test, wech­selst du auto­ma­tisch vom Kon­kur­renz- in den Koope­ra­ti­ons­mo­dus. So ent­steht ein völlig neues Wir-Gefühl, in dem wir den ande­ren als Men­schen betrach­ten und nicht als jeman­den, der uns den ersten Platz strei­tig machen möchte.

Tipp 3: Sei für andere da

Bist du jung, gesund, hast freie Zeit, aber du fühlst dich macht­los? Es gibt jede Menge Dinge, die Du tun kannst, um ande­ren zu helfen. Durch Initia­ti­ven und Ver­net­zun­gen wie Ein­kaufs­held und Qua­ran­tä­ne­hel­den kannst du für Men­schen der Risi­ko­gruppe ein­kau­fen. Oder enga­giere dich frei­wil­lig bei der Essens­aus­gabe, wo mensch­li­che und zeit­li­che Unter­stüt­zung fehlt. Und kaufe auch für dich selbst acht­sam ein – nur so viel, wie du tat­säch­lich benö­tigst.

Tipp 4: Küm­mere dich um dich selbst, ohne andere zu gefähr­den

Vieles von dem, was uns nor­ma­ler­weise gut tut, ist gerade nicht mehr mög­lich. Trotz­dem können wir uns um uns selbst küm­mern, ohne andere zu gefähr­den: For­dere deinen Kopf mit neuen Hob­bies heraus, mach eine Runde Yoga oder ein Work­out zuhause (auch wenn du sonst lieber auf dem Vol­ley­ball­feld stehst) und bleibe über Inter­net und Tele­fon mit deinen Liebs­ten in Kon­takt. 

In Kri­sen­zei­ten müssen wir begin­nen, umzu­den­ken. Vom ​„Ich-Denken“ zum ​„Wir-Denken“.

Pass auf dich auf, um den Men­schen um dich herum Sicher­heit und Schutz zu geben. Es mag sich iso­lie­rend anfüh­len, aber so halten wir letzt­end­lich zusam­men.

Gott befohlen, Jürgen Sept

 

Gebet der Hoffnungszeit

Liebe MEHR-Interessierte, liebe Mitchristen,

 

Alle sind eingeladen das Gebet der Hoffnungszeit zu beten.

Dazu läuten ab sofort jeden Abend um 19.30 Uhr die Kirchenglocken.

 

Gebet der Hoffnungszeit

 

Gott, ich bin nicht allein.

Du bist da.

Du verbindest uns miteinander.

Wir kommen zu dir mit allem, was uns bewegt.

Stärke die Kranken.

Tröste die Ängstlichen.

Sei nahe den Einsamen.

Schenke Hoffnung

allen Menschen und der ganzen Erde.

Amen.

 

Viele Kirchengemeinden in Deutschland beteiligen sich an dieser Aktion - wir auch!
Diese Aktion wird auch auf der Homepage unserer Diözese (www.drs.de) beworben.

Beteiligen Sie sich und leiten das Gebet gerne auch weiter (siehe auch Anhang).

Wir werden das Gebet kopieren und ab Morgen in den Kirchen zum Mitnehmen auflegen.

Wir grüßen Sie ganz herzlich
Ihr Pastoralteam

 

 

Im Licht der Kerze (Claudia Fröscher)

In Zeiten von Corona wird Whatsapp noch mehr genutzt als vorher.

Manches, das ich erhalte, macht mich nachdenklich manches erschreckt mich, manches muntert mich auf.

In der vergangenen Woche leitete meine liebe Nachbarin mir eine Nachricht weiter, in der zum gemeinsamen Balkonsingen aufgerufen wurde: Abends um 19.00 Uhr singen alle zusammen das Lied “Der Mond ist aufgegangen”.

Ich fand die Idee eigentlich toll, hatte aber nicht den Mut, mich wirklich rauszustellen. Was denken die, die das hören und nichts von dem Aufruf wissen? Mache ich mich da nicht lächerlich? Aber mir kam ein anderer Gedanke:

Wie wäre es denn, wenn wir sonntags zur gewohnten Gottesdienstzeit zuhause eine Kerze anzünden und jeder für sich, aber gedanklich verbunden, das Vaterunser betet? So, wie wir das sonst im Sonntagsgottesdienst machen?

Da passt doch dann der Bibelvers aus Matthäus 18,20: “Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen” trotz räumlicher Trennung eigentlich perfekt, oder?

Also, liebe Mitchristen, lassen Sie es uns versuchen. Wir treffen uns am Sonntag im Licht der Kerze.

Herzliche Grüße, Claudia Fröscher

 

Wer nur den lieben Gott lässt walten (Matthias Krieg)

Hallo liebe Gesamtkirchengemeindemitglieder,

Ich möchte euch an meinem persönlichen Lied teilhaben lassen, dass mich all die Jahre durch dick und dünn begleitet hat. Es ist 'Wer nur den lieben Gott lässt walten', insbesondere das Vorspiel von Johann Sebastian Bach ( youtu.be/nwp_ioKTkhk , BWV 642).

'Wer nur den lieben Gott lässt walten, und hoffet auf Ihn alle Zeit.'

 

Aus dem katholischen Ritus kommend war mir das Lied nur und ausschließlich als Lied auf Beerdigungen bekannt. Es wurde immer sehr langsam und getragen gespielt und war schlecht im Gemeindegesang unterstützt, da die Gemeinde bei diesem Lied zu Tränen gerührt war/ist. Genauso habe ich dann das Orgelvorspiel zu üben begonnen, eher langsam und bedächtig, das Lied gab für mich nichts anderes her.

 

'Den wird er wunderbar erhalten, in aller Not und Traurigkeit.'

 

Und es fiel mir schwer, ich war sogar soweit, dass ich es für eine Zeitlang ganz weglegte. Doch es ließ mich nicht los. So ließ ich all die eingeübten und lange bekannten Interpretationsweisen des Stücks hinter mir und beschleunigte das Tempo.

'Wer Gott dem Allerhöchsten traut,'

Siehe da, schon hob sich wie von selbst und völlig natürlich die Melodie aus dem Tönewirrwarr. Das Stück begann zu leben und ging leicht von der Hand. Und so begleitet mich dieses Stück in allen Lebenslagen, ich spiele es wenn ich ich mich freue, wenn ich Entscheidungen treffen muss, wenn es mir nicht gut geht oder wenn ich Aufmunterung brauche. Ich hoffe, dass euch dieses Lied eine gute Unterstützung in dieses Tagen bieten kann.

 

Bleibt in Gedanken beieinander und stark im Glauben.

'der hat auf keinen Sand gebaut.'

 

Alles Gute und Gottes Segen, Matthias Krieg

https://www.youtube.com/watch?v=nwp_ioKTkhk&feature=youtu.be

 

Wort des Landesbischofs am Dienstag, 17. März 2020 für die Woche nach dem Sonntag Okuli

„Meine Augen sehen stets auf den Herrn…“ (Psalm 25,15)

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Pfarrerinnen und Pfarrer, liebe Mitarbeitende in den Gemeinden!

Der vergangene Sonntag war ein ungewöhnlicher Tag für unsere Landeskirche und für unser ganzes Land. Wohl zum ers-ten Mal in unserer persönlichen Lebenserfahrung wurden landeskirchenweit nahezu alle Gottesdienste abgesagt oder in anderer Form gefeiert: mit kurzen Gebeten im Freien vor der Kirchentür oder mit meterlangem Abstand in den Bänken, mit gedruckten Predigten daheim oder als Hausgottesdienste im kleinen Kreis der Hausgemeinschaft oder Familie, über die Medien oder über verschiedenste digitale Kanäle.

Viele Menschen waren berührt, zum Teil vielleicht auch erschrocken angesichts dieser uns bisher fremden Situation – auch mir ging es nahe, dass sich Gemeinden nicht wie sonst im Kirchen- oder Andachtsraum miteinander versammelten, auf Gottes Wort hören, gemeinsam beten oder das Heilige Abendmahl feiern konnten.

Und doch habe ich eine große Bereitwilligkeit wahrgenommen, diese Maßnahmen zu unterstützen. Pfarrerinnen und Pfarrer gestalteten kurzfristig ihre Gottesdienste um, stellten Predigten zur Verfügung, waren erreichbar für seelsorgliche Gesprä-che, boten in Kürze ganz neue Angebote und Formate an. Gottesdienstbesucherinnen und Gemeindemitglieder zeigten Verständnis, beteten miteinander in anderer Form – und stellten eigene Bedürfnisse zurück. Dafür möchte ich Ihnen allen von Herzen danken!

Der Name des vergangenen Sonntags Okuli – „Augen“ – weist auf eine doppelte Blickrichtung. In Psalm 25,15 heißt es: „Meine Augen sehen stets auf den Herrn…“ Der Sonntag Okuli, ruft uns mitten in der Passionszeit zur Nachfolge Christi auf. Dabei lösen wir den Blick von uns selbst und den eigenen Ängsten und sehen auf Gott. Wir fragen, wohin uns der Weg der Liebe führt. Und erkennen: Christus, dem wir folgen, hat den Schwachen gedient. Auf ihnen liegt in diesen Tagen unser Augenmerk: wenn wir auf eigene Vorteile verzichten, um andere zu schützen. Wenn wir an Ältere und Kranke denken, für sie beten und ihnen unsere Hilfe anbieten, damit sie diese Zeit möglichst unbeschadet und ohne Angst überstehen.

Doch „Okuli“, die Augen, tauchen auch im Wochenpsalm, in Psalm 34,16 auf: „Die Augen des Herrn merken auf die Ge-rechten, und seine Ohren auf ihr Schreien.“ Das ist Trost für all diejenigen, die sich nun für andere einsetzen – in Medizin und Pflege, in Nachbarschaftshilfe und anderer Form. Trost auch für jeden Einzelnen von uns: Auch wenn wir heute nur wenig Menschen zu sehen bekommen und uns selbst vielleicht einsam und verlassen fühlen – aus Gottes Blickfeld sind wir nicht geraten. Gott sieht uns, wo immer wir sind. Das schenke Ihnen Halt und Zuversicht – auch in den kommenden Wo-chen, wenn Gottesdienste (nunmehr durch staatliches Verbot) nicht mehr stattfinden können. Über alle erdenklichen Kanäle – per Brief, Telefon, Fernsehen und Internet sowie social media – sind wir als Kirche mit unseren Gemeinden verbunden.

Gott befohlen!

Ihr

Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July

 

Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet. (Inge Schmidt)

Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet.
(Römer 12, 12)

 

Als ich 1986 diesen Spruch zu meiner Konfirmation bekam, konnte ich zuerst nicht viel damit anfangen. Eigentlich wollte man als Teenager eher schöne Sprüche, am besten noch mit Engel und viel Liebe. Zur damaligen Zeit gab es am Konfirmationssonntag nachmittags nochmals einen Gottesdienst, an dem die ausgeteilten Sprüche in ihrer Bedeutung erklärt wurden. Dabei erfuhr ich, dass diesen Satz Apostel Paulus in einem Brief an seine christliche Gemeinde in Rom schrieb. Er stellt darin den Christen in Rom sich und sein Verständnis vom Glauben vor. Der Abschnitt, aus dem dieser Vers stammt, beschäftigt sich mit dem Zusammenleben der Gemeinde. Paulus macht den Lesenden deutlich, dass Gott in jeder ihrer Lebenslagen bei ihnen sein will. Selbst in einer schwierigen gilt es, den Mut nicht zu verlieren.

 

„Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet“. Dieser Satz begleitete mich seither. Für meine Hochzeit fand ich diesen dann so richtig passend. Da ich mit meinen damaligen Freund und jetzigen Ehemann schon mehrere Jahre zusammen war wusste ich, dass das Zusammenleben nicht immer aus rosaroten Wolken bestand. Wieder nichts mit Engel und Liebe. Dafür waren die Erkenntnis und die Wichtigkeit des Spruches im Herzen angekommen.

 

Und nun in Zeiten von Corona finde ich diesen Spruch noch passender:

 

Seid fröhlich in Hoffnung - die Hoffnung stirbt zuletzt - Jesus ist unsere Hoffnung

 

Geduldig in Trübsal - es gilt standhaft zu bleiben - die Hoffnung und Freude ist weitaus größer als noch so großer Trübsal

 

Haltet an am Gebet - Beten kann man überall - das Gebet ist der Schlüssel dazu, dass aus einem ganz normalen menschlichen Leben ein Gottesdienst wird.

 

Inge Schmidt

 

Angst und Zuversicht (Joachim Saretz)

Angst haben wir alle irgendwie. Der eine mehr, der andere weniger.


Allein die Ungewissheit dessen, was die Zukunft bringen mag, verursacht ja schon ein flaues Gefühl im Magen, das sich exponentiell vergrößert, wenn darüber spekuliert wird, was alles kommen könnte.

 

Es sind ja nicht nur die ständig steigenden Zahlen von Neuinfizierten, sondern auch die berechtigte Sorge wie es - nach dem die Wellen der Pandemie abgeebbt sind - weitergehen kann. Wie viele Arbeitsplätze mag es kosten, wie viel Existenzen werden gefährdet sein? Längst geht es ja nicht nur um abgesagte Veranstaltungen, um Geld von gutverdienenden Fußballprofis etwa (übrigens hängen an den Profis deutschlandweit auch ca. 60.000 normale Arbeitsplätze, allein in Heidenheim weit über einhundert!). Auch wenn große Automobilhersteller ihre Werke vorübergehend stilllegen, sind die Folgen mit Sicherheit gravierend, um nur ein Beispiel von vielen zu nennen.

 

Wir  wissen aber alle, dass Angst ein schlechter Ratgeber ist, dass sie unser Denken lähmt, dass sie uns hindert als Christen das zu tun, wozu uns Christus berufen hat. Nämlich unsern Nächsten zu lieben in Werken der Barmherzigkeit, wie zum Beispiel den Einsamen, Alten und Kranken zur Seite zu stehen, den Mutlosen neue Hoffnung zu geben und trotz allem auch das Elend von Flüchtlingen nicht zu vergessen. Denn – das sei ganz nebenbei erwähnt - nicht die Flüchtlinge haben die Schuld an unserer Situation, wir aber sind sehr wohl mitverantwortlich für deren Elend etwa auf den griechischen Inseln.

 

Ohne Angst können wir dann auch den schlechten Ratgebern, die uns mit billigen Parolen verführen wollen, widerstehen.

 

Aber wie kriegen wir das hin, unsere berechtigten Ängste zu überwinden? Eine Antwort darauf könnte eine Jahreslosung der letzten Jahre geben, sie lautet: „Gott hat uns n nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern eine Geist der Zuversicht, der Kraft und der Besonnenheit!“

 

Jesus Christus selbst steht an unserer Seite. Er kennt unsere Ängste – über seine Todesangst im Garten Gethsemane und über sein Gefühl der absoluten Verlassenheit am Kreuz von Golgatha wird in den Evangelien berichtet.

 

Nach Golgatha aber kommt Ostern, nach der abgrundtiefen Verzweiflung neue Hoffnung und nach der Angst neuer Mut. 
Geben wir doch als mündige Christen diesen Mut, der sich auf Jesus Christus gründet, weiter. Denn dazu sind wir auch berufen und nicht nur die offiziellen Kirchenvertreter.

 

Joachim Saretz

 

 

 

Joachim Saretz

Zuhause um Zehn

„Zuhause um Zehn“

Evangelisches Jugendwerk startet Online-Blog für die Jugendarbeit zuhause

STUTTGART. Schulen und Kindergärten, aber auch Spiel- und Sportplätze sind in Deutschland seit heute wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Tausende Kinder und Jugendliche sind deshalb zuhause, oft mit ihren Eltern oder anderen Betreuern. Vor diesem Hintergrund hat das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW) am 17. März 2020 einen Online-Blog für die Jugendarbeit zuhause gestartet.

„Damit die Kinder und Jugendlichen nicht ständig vor dem Bildschirm sitzen, werden wir in den nächsten Wochen täglich um 10 Uhr eine Idee für die Freizeitgestaltung zuhause, sowie einen geistlichen Impuls veröffentlichen“, teilt Dieter Braun, Fachlicher Leiter des EJW, heute in dem neuen Internetangebot des EJW mit. Dies können Bastelideen, Spiele oder kreative Aufgaben sein, die mit einfachen Mitteln umgesetzt werden können, sowie auch kurze inhaltliche Impulse für den Tag und die aktuelle gesellschaftliche Situation.

Ergänzend erhalten Hauptamtliche und Ehrenamtliche wertvolle Informationen und Tipps, wie sie Jugendarbeit in Zeiten, in denen persönliche Kontakte eingeschränkt werden sollen, trotzdem gestalten können. Auch die vielen Bläserinnen und Bläser der württembergischen Posaunenarbeit planen eine öffentlichkeitswirksame Aktion, die in den nächsten Tagen gestartet werden soll. „Viele Veranstaltungen müssen wir schweren Herzens absagen. Mit diesem neuen Angebot möchten wir zeigen, dass es trotz der Krisensituation einen bleibenden Grund der Hoffnung und Zuversicht gibt“, berichtet Cornelius Kuttler, der Leiter des EJW.

Weitere Informationen: www.zuhauseumzehn.de

 

Das Jugendwerk in Württemberg und in Heidenheim haben hier eine tolle Möglichkeit geschaffen, den Kindern und Jugendlichen, die zuhause bleiben müssen, eine sinnvolle und wertvolle Beschäftigung zu bringen.

Klick auf das Foto, dann bist Du auf der Homepage :-)